Mutig und in Harmonie reiten.

Liebe Leser,

                           

ich bin Sibylle Wiemer.Ich reite seit 1971 und bin seit 1986 Ausbilderin.

                         

Nach drei schweren Verkehrsunfällen hat mich das Thema Angst in meinem Alltag oft beeinflusst. Angst und Pferde - die Kombinaton hat mich Zeit meines Lebens begleitet. Angst und Reiten - geben mir Anlass zum Nachdenken.

Nach vielen Lehrgängen und Reitstunden, in denen Angst mein Lehren und das Lernen des Reiters beeinflusst hat, habe ich beschlossen, meine Erfahrungen mit meiner Angst und meiner Liebe zu den Pferden in einer Website zu veröffentlichen.

          

Sollten Sie Fragen, Anregungen und Wünsche rund um das Thema Angst beim Reiten haben, schreiben Sie uns bitte.

                   

Bitte bedenken Sie dabei, dass moderne Forschung in der Traumatherapie festgestellt hat, dass es nicht "gesund" ist, Unfallgeschehen und Auslösende Gefahrenmomente immer wieder detailgenau zu erzählen.

Für Menschen, die "etwas Schlimmes" erlebt haben, ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass sie zwar "etwas Schlimmes" erlebt haben, es aber überstanden/überlebt haben. "Das Schlimme" hat insofern einen guten Ausklang gefunden, egal, wie "schlimm" es im Moment des Erlebens war.

                              

Angstfreies Reiten ist ein weitgehendes Thema, bei dem zwei Partner vertrauensvoll und in Harmonie miteinander agieren.

Mensch und Pferd brauchen Vertrauen und Selbstsicherheit, daher ist es unumgänglich, dass wir Menschen unsere Pferde artgerechte und pferdegerechte Bedingungen des Lebens mit uns schaffen.

Das Pferd eines ängstlichen Menschen sollte total gelassen sein, um dem Menschen Gelegenheit zu geben, mit seinen Sorgen und Ängsten leben zu können.

Der Mensch eines ängstlichen Pferdes sollte gelassen und fachkundig sein,  um dem Pferd Gelegenheit zu geben, in "seinem" Menschen einen "Herdenführer" zu erkennen, der Sicherheit und Umsicht vermittelt.

     

In der modernen Zeit gibt es eine Vielzahl von Boden- und Handarbeits-Systemen, die in der Persönlichkeitsbildung von Mensch und Pferd sehr hilfreich sind.

Ob Sie nach Linda Tellington-Jones, Pat Parelli oder Peter Kreinberg Ihr Pferd zu mehr Unerschrockenheit schulen möchten, bleibt Ihnen überlassen. Ausschlaggebend ist das gemeinsame Tun mit Ihrem Pferd und das gemeinsame "Wachsen".

    

Keiner der beiden Partner darf ängstlich sein.

     

Unterdrückung des Partners, Unterdrückung der Angst ... das macht keinen Sinn. Pferde sind hochsensibel. Sie sind empathisch und wissen, ob der Mensch mutig ist oder nur so tut, als sei er mutig.

Gerade für ein Fluchttier, das sensibel auf die Empfindungen seiner Herdengenossen reagieren muss ist DAS ein weiter Unterschied.

    

Pferde spielen nie den Mutigen, schon gar nicht, wenn sie zu irgendetwas gezwungen werden. Entweder sind sie ängstlich oder mutig, sie schauspielern nicht, sie sind stets authentisch. 

                             

Ich bin tief davon überzeugt, dass es wichtig ist, wenn wir Menschen uns daran ein Vorbild nehmen. Wir sollten authentisch sein und lernen mit unserer Angst umzugehen, und nicht, diese zu ignorieren.

Unser Pferd wird immer auf unsere, auch die unterdrückte, Angst reagieren. Das ist seine Natur und für das Pferd in der Freiheit überlebenswichtig.

                 

Die Reaktionen der Pferde auf die Angst eines Herdenmitgliedes sind instinktiv und unmittelbar, die Reaktionen wie Flucht erfolgen sofort und unreflektiert. Dieser Vorgang spielt sich in Regionen des Gehirns ab, die willentlich nicht steuerbar sind.

In diesem Punkt, in diesem Verhalten ähneln sich die Gehirne von Mensch und Pferd sehr.

Es geht also bei uns Menschen darum, das Angsteinflössende zu begreifen, zu ertasten, zu testen, zu hinterfragen und zu verstehen - erst dann können positve Erfahrungen gemacht werden, die die Angst nach und nach auflösen.

                                          

Das bedeutet für uns Menschen, dass wir prophylaktisch und vorsorgend handeln, wenn wir reiten oder uns mit dem Pferd beschäftigen. Für ein Pferd ist es sehr wichtig, dass sein Mensch bei all seinem Tun einen klaren Plan im Kopf hat. Das gibt dem tier Sicherheit und Vertrauen, es kann uns dann viel leichter folgen.

Ich empfehle Ihnen einen sehr interessanten Link, der uns Mut macht und neue Wege aufzeigt und erklärt, dass wir Angst durch Begeisterung ersetzen können.

                      http://www.youtube.com/watch?v=0fqm1VPktpk&feature=related